Freistaat in der Pflicht: Endlich barrierefreie S-Bahnhöfe
23.09.2011: Mit einem heute gestellten Antrag fordert die SPD-Stadtratsfraktion den Freistaat Bayern und die Deutschen Bahn auf, endlich den Rechten mobilitätseingeschränkter Menschen Rechnung zu tragen und alle S-Bahnhöfe im Münchner Stadtgebiet barrierefrei auszubauen. Den alten Versprechungen muss nun ein verbindlichen Zeitplan folgen.
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Ingo Mittermaier |
Ingo Mittermaier, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion:
„Die eigene Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens. Die Bahn und der Freistaat haben bereits vor 10 Jahren zugesagt, mit einem 102-Millionen-Euro-Programm alle S-Bahnhöfe mit mehr als 1.000 Ein-/Aussteigern pro Tag im Großraum München barrierefrei auszubauen. Obwohl alle Münchner S-Bahnhöfe dieses Kriterium erfüllen, ist bei vielen bis heute nichts passiert! Der Freistaat als Aufgabenträger muss hier seine Hausaufgaben machen und einen konkreten Zeitplan vorlegen!“
Im Münchner Stadtgebiet sind die S-Bahnhöfe Isartor, Donnersberger Brücke, Leuchtenbergring, Riem, Daglfing, Johanneskirchen, St.-Martin-Straße, Perlach, Mittersendling, Aubing und Lochhausen immer noch nicht barrierefrei ausgebaut.
Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion:
„Der dringend notwendige Ausbau wird immer wieder verschoben, meist mit der Begründung, dass es wegen noch offener Entscheidungen ein 'verlorener Bauaufwand' wäre. Das hilft aber allen, die mit der Mobilität Schwierigkeiten haben, also Müttern mit Kinderwägen, Senioren, Behinderten, ja schon Reisenden mit Koffern, die nicht weiter kommen, überhaupt nichts. Das ist zynisch, denn für genau diese Entscheidungen sind Bahn und Freistaat selbst zuständig, sie müssen halt getroffen werden. Aber die Verkehrspolitik der Bayerischen Staatsregierung gleicht seit Jahren einem Trümmerhaufen. Der Freistaat sollte dem Beispiel der SPD-geführten Stadt München folgen, die im gleichen Zeitraum alle U-Bahnhöfe zu 100 Prozent barrierefrei ausgebaut hat.“
Zudem wurden einige Entscheidungen wie zum Beispiel zum Ausbau der Bahnstrecke nach Markt Schwaben oder zum Betriebskonzept der 2. S-Bahn-Stammstrecke zwischenzeitlich getroffen. Damit entfallen an einigen Bahnhöfen diese sogenannten Hinderungsgründe.
Ingo Mittermaier:
„Wie wichtig der Ausbau ist, zeigt auch der heute stattfindende landesweite Bahn-Protest-Tag des VKIB*, einem Zusammenschluss von Behindertenbeauftragten und Behindertenbeiräten. In vielen Landkreisen und Städten bringen Menschen mit Behinderung ihre Probleme mit der fehlenden Barrierefreiheit an die Öffentlichkeit. Es wird Zeit, dass die Bahn und der Freistaat endlich handeln!“
- Vereinigung Kommunaler Interessenvertreter von Menschen mit Behinderung in Bayern
weiterführende Infos:
Wann werden die S-Bahnhöfe Riem und Perlach barrierefrei? 7.9.11


