XII. Kunst und Kultur - Kulturelle Vielfalt erhalten und ausbauen
Die Landeshauptstadt München ist eine Kulturstadt von europäischem Rang. Maßgeblich hierfür sind die großen städtischen Kultureinrichtungen Münchens, wie die Philharmoniker, die Kammerspiele, das Volkstheater aber auch das Lenbachhaus und die Villa Stuck. Das Bündnis will diese erhalten und weiter fördern. Kulturelle Vielfalt aber ist mehr. Sei es die größte Volkshochschule Europas oder das ausgezeichnete Angebot der Stadtbibliotheken, seien es die vielen Stadtteilkulturzentren oder die freie Szene, die Kulturpolitik in München will allen die kulturelle Teilhabe ermöglichen. Deshalb soll auch die Vielfalt der Münchner Kulturszene weiter gefördert werden.
Das Bündnis hat es in den letzten Jahren trotz Konsolidierungszwang vermeiden können Theater oder andere Einrichtungen zu schließen. Im Gegenteil. Durch die Eröffnung des Jüdischen Museums, des Verkehrszentrums des Deutschen Museums, durch die Sanierungsmaßnahmen im Stadtmuseum, der Villa Stuck und in den Kammerspielen, durch den Bau neuer Stadtteilkulturzentren und andere Maßnahmen ist es gelungen, das kulturelle Leben in München sogar vielfältiger und attraktiver zu gestalten.
Dies soll auch in den nächsten sechs Jahren der Fall sein. Die Bündnispartner kommen überein:
- Die kulturelle Vielfalt in ihrer ganzen Bandbreite auch weiterhin zu fördern;
- Das Lenbachhaus nach den Plänen des Architekten Norman Foster zu modernisieren und damit zu einem Museumsbau von europäischem Rang zu machen;
- Die Stadtbibliotheken in ihrer jetzt beschlossenen Zahl (inkl. Mittelpunktsbibliotheken) zu erhalten und das Medienangebot kontinuierlich auszubauen;
- Das NS-Dokumentationszentrum als Ort der Erinnerung und als Lernort für die Zukunft in Verbindung mit dem Freistaat und dem Bund zu verwirklichen;
- Den Wettbewerb „Opfer des Nationalsozialismus – Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens“ zu Ende zu führen und neue Formen des Erinnerns zu entwickeln;
- Das Projekt Kunst.Demokratie zu Ende zu führen und ein Kunstwerk zur demokratischen Geschichte Münchens zu verwirklichen;
- Die in den letzten Jahren entstandene Künstlerkolonie an der Domagkstraße durch die Sanierung der Ateliers zu fördern;
- Das Eine-Welt-Haus als einen Ort des Dialogs und der Solidarität für Menschen aller Nationalitäten zu erhalten;
- Die noch anstehenden Stadtteilkulturzentren (Hanns-Seidel-Platz; Neuhauser Trafo) sobald wie möglich zu verwirklichen;
- Das deutsche Theater zu sanieren, bis 2011 eine Ausweichspielstätte zu betreiben und danach die Rückkehr in das Gebäude in der Schwanthalerstraße zu ermöglichen;
- Die freie Szene sowohl im Theater als auch im Tanzbereich verstärkt zu fördern. Für eine überregionale Profilierung wird in geeigneten Räumlichkeiten, ein Performing-Art-Center verwirklicht;
- Dem Thema „Kulturelle Bildung“ als Schwerpunktthema wachsende Bedeutung beizumessen;
- Die Monacensia profilierter und eigenständiger als bisher zu positionieren;
- Das Haus Buchenried als attraktives Bildungs- und Seminarzentrum der Münchner Volkshochschule auf einen für seine Zwecke zeitgemäßen baulichen Stand zu bringen;
Kultur als Klammer einer modernen Großstadtgesellschaft
Kultur trägt zu Entwicklung der Stadtgesellschaft bei, wenn sie allen in der Großstadt lebenden Menschen die kulturelle Teilhabe ermöglicht. Dementsprechend muss ein Angebot vorgehalten bzw. die Chance zur Partizipation ermöglicht werden. Dies sind die Voraussetzungen dafür, dass Kunst und Kultur ihre zukunftsgerichtete, verbindende Wirkung entfalten. Um diese Funktion noch auszubauen, soll eine intensive Diskussion darüber geführt werden, wie die einzelnen Kultureinrichtungen der Stadt – bzw. die Zuschussnehmer der Stadt – ihre Angebote noch besser als bisher, beispielsweise für MigrantInnen und bildungsferne Schichten öffnen und interessanter machen können.


