X. Gesundheit: Prävention, Beratung, Patientenorientierung und Gleichberechtigung
Kommunale Gesundheitspolitik setzt sich für die umfangreiche Versorgung aller Menschen ein, unabhängig von Einkommen, Geschlecht, Herkunft und sozialer Situation. Insbesondere Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien sind überproportional von Gesundheitsproblemen betroffen und müssen deshalb im Fokus der städtischen Gesundheitsvorsorge stehen. Beratung und Informationen für Patientinnen und Patienten sind unentbehrlich und sollen auch künftig gestärkt werden. Prävention und Selbsthilfe als zentraler Pfeiler der Gesundheitspolitik
Prävention muss vom frühesten Kindesalter bis ins hohe Alter erfolgen. Die Stadt widmet der Prävention von chronischen Erkrankungen große Aufmerksamkeit, ebenso werden verstärkt zielgruppenorientierte HIV-Prävention und Hilfsangebote für Menschen mit HIV/Aids angeboten. Prävention heißt aber auch Abbau von Diskriminierungen, die zu psychischen Erkrankungen führen können. Die Selbsthilfeeinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil kommunaler Gesundheitspolitik und werden auch künftig unterstützt und gefördert. Hohe Qualität und zielgruppenorientierte Versorgung im kommunalen Klinikum
Die medizinische und pflegerische Versorgung im städtischen Klinikum erfolgt auf hohem Niveau und orientiert sich an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten, wobei zielgruppenspezifische Angebote beispielsweise für Migrantinnen und Migranten sowie Genderaspekte stärker berücksichtigt werden müssen. Kooperationen zwischen ambulant und stationär wie die Integrierte Versorgung werden weiter ausgebaut. Ebenso werden Kooperationen mit Patientenvertretungen, kommunalen Gesundheitsprojekten, der Selbsthilfe und alternativen Heilmethoden gestärkt.
Das städtische Klinikum bleibt zu 100 % in städtischer Trägerschaft. Die notwendigen Sanierungsvorhaben werden durchgeführt.
München setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass die Krankenhausleistungen über die Klinikbudgets in ausreichendem Maße finanziert werden. Sucht und Psychatrie
Das Hilfesystem der niedrigschwelligen und dezentralen Angebote mit Kontaktläden, Beratungsstellen und Streetworkern ist sicherzustellen. Daneben werden wir Schwerpunkte in der Prävention und Hilfe bei Alkohol- und Nikotinsucht wie auch bei Essstörungen, Computer- und Spielsucht setzen. Wir fördern den ambulanten und stationären Ausbau der psychatrischen Versorgung in München. Das breite Spektrum der Hilfsangebote für psychische Erkrankungen wird durch bedarfsgerechte Projekte mit Hilfe von Kooperationspartnern unterstützt.
Wir bekennen uns zu den Forschungserkenntnissen des Heroinerprobungsprogramm und setzen uns für eine Anerkennung von Diamorphin als Medikament ein. Unabhängig von der bundespolitischen Debatte wird München die Finanzierung für das Heroinprogramm in München, mit der bisherigen Teilnehmerzahl weiterführen. München wird alle Entscheidungen zur Zukunft des Diamorphin-Projektes in Absprache mit den anderen sieben bundesdeutschen Städten treffen.


