V. In die Zukunft der Stadt investieren – mehr Bildungsgerechtigkeit durchsetzen
Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht und das Streben nach mehr Bildungsgerechtigkeit ein zentrales Anliegen der Münchner Stadtpolitik. Unser Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Chancen zu eröffnen, ihre Potenziale zu entfalten und zu entwickeln. Deshalb stellt sich München der Verantwortung als bedeutende Schulstadt mit einem starken kommunalen Schulwesen.
Außerdem gilt es, die Entwicklung des Wirtschaftsraums München zu sichern. Dies ist u.a. durch ein großes Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften möglich. Deshalb muss die Stadt durch ihre Politik ein breites und qualifiziertes Angebot an Bildungs-, Fort- und Weiterbildungsangeboten ermöglichen.
Wir fordern den Freistaat auf, endlich seinen finanziellen Verpflichtungen für die Bildung in München nachzukommen. Wir verlangen die vollständige Erstattung der Personalkosten für städtische Lehrkräfte, für die zusätzlichen Kosten für das G8 (Personal und Sachaufwand) und für den Ausbau der Schul- und Jugendsozialarbeit sowie ausreichend finanzielle Mittel für den Ausbau der Ganztagsschulen.
Übergeordnete bzw. organisatorische Maßnahmen
Die knappen Finanzmittel werden in starkem Maße auf das Bildungs- und Erziehungsangebot konzentriert. Einsparungen im Rahmen der notwendigen Haushaltskonsolidierungen werden begrenzt.
Die kommunale Steuerung der Bereiche Bildung, Betreuung und Erziehung erfolgt auf der Grundlage bildungs- und sozialpolitischer Schwerpunktsetzungen und der Erkenntnisse des Münchner Bildungsberichts.
Die Kinderbetreuung wird in einer Organisationseinheit zusammengeführt. Die Entscheidung über die Neuorganisation wird noch im Jahr 2008 getroffen. Über Zuordnung und Fragen der Fach- und Rechtsaufsicht, wird unter Einbeziehung der Fachöffentlichkeit und der Belegschaft einvernehmlich entschieden.
Die Integration und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – insbesondere durch Sprachförderung und interkulturelles Lernen – ist ebenso ein Schwerpunkt der städtischen Bildungspolitik wie die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten. Dafür werden verstärkt finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt.
Die herkunftsspezifische Elterninformation und -bildung wird ebenso verstärkt wie die Elternarbeit. Die Angebote werden besser vernetzt. Angebotsformen der Kinderbetreuung, die diese Forderung unterstützen, werden entsprechend ausgebaut.
Im Unterricht und in Projekten an Schulen und Kindertageseinrichtungen wird den Themenkreisen „Kulturelle Vielfalt“, „Gewaltfreiheit“ und „Nachhaltige Entwicklung“ ein hoher Stellenwert beigemessen.
Kindertageseinrichtungen
Die Kindertageseinrichtungen werden bedarfsgerecht ausgebaut. Neben dem quantitativen Ausbau steht für uns die Sicherung und der weitere Ausbau der Qualität im Vordergrund.
Die Förderung aller Arten der Münchner Kindertageseinrichtungen wird unter dem Gesichtspunkt der Förder-, Finanzierungs- und Bildungsgerechtigkeit sowohl für die städtischen Träger als auch für die Einrichtungen freier Träger neu geordnet.
Schulische Bildung
Wir wollen:
· eine Reformschule in kommunaler Trägerschaft einrichten.
· Den weiteren Ausbau der rhythmisierten Ganztagesklassen, Ganztagsschulen und Ganztagesangeboten an den städtischen Schulen.
· Die Erhöhung der Übertrittsquoten an weiterführende Schulen in Gebieten mit bisher unterdurchschnittlichen Quoten.
· Die grundsätzliche Regelung der Koordinierung und der Zusammenarbeit zwischen Schule und Angeboten der freien Kinder- und Jugendhilfe sowie eine stärkere Öffnung und Vernetzung der Schulen in den Stadtteil.
Das Bündnis sieht Mehrsprachigkeit als positive Ressource an und ist der Meinung, dass München als weltoffene und internationale Stadt eine prinzipiell für alle zugängliche Internationale Schule benötigt, in der mehrsprachiger Unterricht in Deutsch, Englisch sowie in anderen Sprachen der größten Migrantengruppen angeboten wird. Es wird hierzu ein entsprechendes Konzept entwickelt.
Zur Sicherstellung der notwendigen Verbesserungen der Unterrichtsqualität kommt der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung durch das Pädagogische Institut des Schulreferates weiterhin eine besondere Bedeutung zu.
Übergang Schule – Beruf
Die Maßnahmen, um Jugendlichen einen möglichst reibungslosen Übergang zwischen Schule und Beruf zu ermöglichen, werden fortgeführt und ausgebaut. Dabei besteht eine grundsätzliche Bereitschaft, auch neue Projekte – z.B. mit einem verstärkten Praxisbezug – zuzulassen.
Um die Ausweitungen nicht alleine finanzieren zu müssen, wird der Kontakt zu den verschiedenen Stiftungen – auch aus dem Wirtschaftsbereich – verstärkt.


