Rathaus-SPD: Freistaat mogelt weiter bei Ganztagsschulen
22.03.2007: "Großspurig werden Ganztagsschulen für Grund- und Hauptschulen angekündigt, aber in der Realität reichen die zusätzlichen Lehrerstunden hinten und vorne nicht"
Die Rathaus-SPD wirft der CSU-Landesregierung vor, bei der Einführung von Ganztagsschulen zu mogeln. "Großspurig werden Ganztagsschulen für Grund- und Hauptschulen angekündigt, aber in der Realität reichen die zusätzlichen Lehrerstunden hinten und vorne nicht", stellt die Bildungsexpertin Diana Stachowitz fest. Im Schulausschuss des Stadtrats wurde jetzt bekannt, dass bei Grundschulen zusätzlich nur zehn Stunden pro Woche zugeschaltet und 3.000 Euro pro Klasse und Schuljahr zugeschossen werden sollen. "Schulleitungen berichteten uns, dass damit nicht einmal die schulische Versorgung bis 16.00 Uhr an zumindest vier Tagen möglich sei", erläutert die Schulvizesprecherin weiter. Der schulpolitische Sprecher Haimo Liebich erklärt daher: "Die Rathaus-SPD fordert die Landesregierung auf, Lehrerstunden und Finanzmittel so aufzustocken, dass die Schulen eine vernünftige und vollwertige rhythmisierte Ganztagsschule einrichten können."
Diana Stachowitz: "Wir haben uns bei städtischen Realschulen und Gymnasien längst auf den Weg zu Ganztagsschulen gemacht. Die Lernergebnisse der Schüler zeigen, dass dies der richtige Weg ist. Doch der Freistaat, der für Grund- und Hauptschulen allein zuständig ist, bringt eine Mogelpackung nach der anderen. Damit muss Schluss sein."
Haimo Liebich: "Die Kultusministerkonferenz hat gerade wieder festgestellt, dass Bayern das traurige Schlusslicht bei Ganztagsschulen in Deutschland ist. Während im Schuljahr 2005/2006 bundesweit ein Schüleranteil von 15,2 Prozent ganztägig unterrichtet wurde, waren es in Bayern nur 2,5 Prozent. Dabei belegen alle Studien, dass Ganztagsschulen sich positiv auf die Entwicklung junger Menschen und ihrer Familien auswirken."


