CSU-Stadträtin Menges vermengt Amt und Beruf
26.10.2010: Die CSU Stadträtin Dr. Evelyne Menges beweist mit ihren Anfragen vom 05. und 26. Oktober 2010 zum „GDL-Streik“, dass sie es offensichtlich nicht mehr für nötig hält, ihren Beruf und ihr Amt im Münchner Stadtrat scharf voneinander getrennt zu führen.
|
Alexander Reissl |
Wie der heutigen Presseberichterstattung zu entnehmen war, ist Frau Dr. Menges die anwaltliche Vertretung der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) in München. Dies wurde auch durch den Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Münchner Rathaus, Josef Schmid, bestätigt, allerdings sehe er „keinen Gewissenskonflikt“(1).
Gleichzeitig stellt heute Frau Dr. Menges in einer Anfrage an den Oberbürgermeister 43 (!) umfangreiche Detailfragen zu den Themen Kommunikation zwischen GDL und MVG, Krankmeldungen der MVG-Fahrer/innen, Dienstplanung, Aussperrungen, Aushilfsfahrer/innen, Auswirkungen auf die MVG-Kunden/innen, Forderungen der GDL und Schlichtung. Alles in allem soll so also ein beachtliches Gesamtpaket aus Antworten eingeholt werden, dass für jede anwaltliche Vertretung der GDL ein gefundenes Fressen für einen Gegenschlag gegen die MVG wäre.
Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion:
„Dass es mit dem Gewissen bei der CSU oft nicht weit her ist, kennen wir ja reichlich aus der Vergangenheit. Dass aber nun Frau Dr. Menges als Anwältin der GDL ihr Stadtratsmandat dazu missbraucht, um an detaillierte Informationen, vor allem aber an Betriebsinterna und strategische Überlegungen der MVG mittels eines Fragenkatalogs an den Oberbürgermsiter zu gelangen, schlägt dem Fass den Boden aus. Natürlich weiß sie, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft der Stadt Antwort geben will, kann und muss. Wir halten dieses Verhalten schlichtweg für einen Skandal. Frau Dr. Menges muss sich jetzt entscheiden, ob sie Amt und Beruf trennen kann. Wenn Sie das nicht kann, sollte sie den Stadtrat verlassen und sich ausschließlich um die GDL kümmern. Dass Josef Schmid hier kein Problem sieht, spricht auch Bände!“
(1) Münchner Merkur, 26.10.2010, Artikel „Kampf den Arbeitskämpfern“


