Ganztagesversorgung auf 80 Prozent steigern
01.07.2010: Das neue Ziel in München heißt: 80 Prozent aller Kinder sollen in Zukunft durch Ganztagsklassen und -züge, Tagesheime, Horte und Mittagsbetreuung versorgt werden. Das hat der Schul- und Sportausschuss des Münchner Stadtrats gestern beschlossen.
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Beatrix Zurek |
Bereits seit Anfang der 90er Jahre hat die Münchner Bildungspolitik vermehrt Horte und Tagesheime mit einem Versorgungsziel von 35 Prozent gebaut. Derzeit liegt der Versorgungsgrad bei Horten und Tagesheimen bei 38 Prozent. Gleichzeitig fordert die Landeshauptstadt seit Jahren, dass der Freistaat Bayern mehr Ganztagszüge zulassen möge. Seit 2009 fördert die Stadt zudem Ganztagsklassen freiwillig zusätzlich mit jeweils 5.000 Euro pro Jahr. Jede Grundschule soll mindestens einen Ganztagszug erhalten, hierzu wurde der Freistaat auf Antrag der SPD Stadtratsfraktion aufgefordert.
Beatrix Zurek, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:
"In den vergangenen 15 Jahren hat München die Ganztagesplätze mehr als verdoppelt und den Versorgungsgrad bei Hort- und Tagesheimplätzen von 24 auf über 38 Prozent gesteigert. Dagegen gibt es in ganz München nur 1 % Ganztagsklassen im Grundschulbereich. Der hierfür zuständige Freistatt muss endlich handeln und Grundschulen bei der Einführung von Ganztagsklassen aktiv unterstützen."
Zählt man alle Betreuungsformen zusammen, erreicht München heute in der Summe einen Versorgungsgrad von 62,6 Prozent. Und Umfragen zeigen: 89 Prozent der Eltern sprechen sich für eine Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder aus.
Birgit Volk, stellv. bildungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:
"Ein wenig ist es wie der Fluch der guten Tat: Da München seit Jahrzehnten auf allen Betreuungsgebieten mit größter Anstrengung, höchstem Mitteleinsatz und hervorragenden pädagogischen Konzepte die Versorgungssituation verbessert, steigt die Nachfrage permanent. Daher setzt sich München nun das neue Gesamtversorgungsziel von 80 Prozent. Wie auch in der Vergangenheit müssen wir ständig an den Freistaat appellieren, doch endlich seinen Verpflichtungen nachzukommen, sich adäquat an den Kosten zu beteiligen und endlich mehr Ganztagesklassen zu ermöglichen."
Das Schul- und Kultusreferat ist nun beauftragt, die Grundschulen zu beraten und zu motivieren, einen Ganztagszug zu eröffnen. Gleichzeitig soll eine Prioritätenliste für Grundschulen erstellt werden. Bei allen Schulneubauten und Generalinstandsetzungen soll die Anzahl und Gestaltung der Räume für Tagesheimgruppen dahingehend geplant werden, im Bedarfsfall ohne weitere Umbauten einen Umstieg auf Ganztagsklassen/-züge zu ermöglichen. Weiterhin soll München mit dem Freistaat Verhandlungen mit dem Ziel führen, die geschaffenen Räumlichkeiten für Ganztagesklassen zu nutzen. Zudem wird der gesamtstädtische und kleinräumige planerische Versorgungsrichtwert für die investiven Maßnahmen nach der SoBoN zur Nachmittagsversorgung für die Altersgruppe der Grundschüler mit Horten, Tagesheimen und Plätzen in altersgemischten Einrichtungen von bisher 35 % auf 55 % angehoben. Zur Absicherung der Bedarfsabschätzung sollen jährlich Elternbefragung durchgeführt werden.
Beatrix Zurek:
"Der heutige Beschluss zeigt erneut, dass die Schulstadt München weiterhin und vehement das Ziel verfolgt, Ganztagszüge an allen Grundschulen in München anzubieten. Dennoch bleiben der weitere Ausbau von Tagesheimen, Horten und der Mittagsbetreuung weiterhin auf unserer Agenda. Doch die Bayerische Staatsregierung sollte ihren Lippenbekenntnisse bei der Ganztagsbetreuung nun endlich Taten folgen lassen und konstruktiv mit der Stadt zusammenarbeiten."


