SPD im Stadtrat und Kreistag einig: Autobahnsüdring ist unbezahlbar und unsinnig
17.05.2010: Die SPD-Fraktionen im Münchner Stadtrat und Kreistag sowie die SPD in München und im Landkreis erklären zur heute vorgestellten Machbarkeitsstudie zum Bau des Autobahnsüdrings übereinstimmend: Wegen der zu erwartenden Umweltzerstörung, des vergleichsweise geringen Nutzens und der horrenden Kosten lehnt die SPD den Autobahnsüdring ab.
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Alexander Reissl |
Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion:
"Die dargestellte Verkehrsentlastung der Stadt München steht in keinem Verhältnis zu den enormen Kosten von über 1,2 Milliarden Euro und den gewaltigen Umweltschäden. Auch wenn es München vielleicht ein wenig nutzen würde - wir sehen über den Tellerrand und kommen zu dem Schluss: Ein Autobahnsüdring wäre unsinnig und unbezahlbar."
Hans-Ulrich Pfaffmann, Vorsitzender der Münchner SPD:
"Für wenige Minuten Zeitersparnis pro Fahrt und die Zerstörung von Natur und Lebensraum derart viel Steuergeld auszugeben ist in keiner Weise akzeptabel. Es war sicherlich richtig, diese Frage untersuchen zu lassen, aber wie bei allen Großprojekten gilt: Wenn die Ergebnisse vorliegen, muss man sorgsam abwägen. Und daher kann das Ergebnis in diesem Fall nur lauten: Wir sind gegen den Bau der Autobahn zwischen der A96 und der A8. Wir fordern die Staatsregierung auf, alle weiteren Planungen eines Autobahnsüdrings einzustellen."
Dietrich Heyne, Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion:
"Die SPD-Kreistagsfraktion unterstützt die Forderung der ganz besonders vom Verkehr geplagten Menschen im Norden und Osten des Landkreises nach Entlastung. Angesichts der gutachtlich prognostizierten, wohl nur geringen Entlastungswirkung eines Südrings und angesichts der gewaltigen Kosten hält es die Fraktion (mehrheitlich) aber für nahezu ausgeschlossen, dass diese Planung verwirklicht werden kann. Auch die Umweltzerstörung durch einen Südring lässt uns den Plan als nicht realisierbar erscheinen. Zur Entlastung der Menschen im Norden und Osten des Landkreises müssen aber sofort andere Lösungen gesucht werden. Die Ermöglichung einer großräumigen Umfahrung des Ballungsraumes München durch den Ausbau der B15 zwischen Rosenheim, Landshut, Regensburg gehört dazu. Ebenso der Ausbau des ÖPNV mit Tangentialverbindungen sowie Lärmschutzmaßnahmen an den Autobahnen."
Ingrid Lenz-Aktaş, Vorsitzende der SPD München-Land:
"In der derzeitigen finanzielle Lage mehr als eine Milliarde Euro in zwei Tunnel zu vergraben wäre unverantwortlich. Wichtige andere Vorhaben würden darunter leiden. Um die Bevölkerung in den vom Verkehr hoch belasteten Gemeinden an der A99 zu entlasten, müssen alle denkbaren Maßnahmen des Lärmschutzes ergriffen werden. Statt eines Autobahnrings um München braucht die Region einen Schienenring um die Stadt, der den Ziel- und Quellverkehr umweltverträglich aufnehmen kann."


