SPD: Hygiene in Krankenhäusern dauerhaft sicherstellen
12.02.2010: Anlässlich der gestrigen Debatte im Gesundheitsausschuss über die Hygiene-Situation in den Münchner Krankenhäusern - speziell das vermehrte Auftreten multiresistener Erreger (MRE) - hat sich die Rathaus-SPD für ein Gesamtkonzept zum Patientenschutz ausgesprochen:
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Klaus-Peter Rupp |
In einigen wenigen der 71 Münchner Krankenhäuser mit insgesamt rund 11.600 Betten gab es in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Infektionen mit so genannten multiresistenten Erregern (MRE), die immer schwieriger zu bekämpfen sind. Dieses Phänomen ist bundesweit und in vielen anderen Ländern zu beobachten. Ein Grund ist u.a. die leichtfertige, nicht indizierte Verschreibung von Antibiotika. Zuständig für Hygienekontrollen in München ist das "Referat für Gesundheit und Umwelt" (RGU).
"Ziel einer verantwortungsbewussten Gesundheitspolitik muss es sein, die Zahl der Infektionen wieder deutlich und dauerhaft zu senken", so Ingo Mittermaier, Arzt und stellv. gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. "Aus unserer Sicht lässt sich dies nicht alleine mit vermehrten Klinik-Kontrollen des RGU bewerkstelligen, so wünschenswert und notwendig diese im Einzelfall sein mögen". Auch nach Expertenmeinung ist ein umfangreiches Maßnahmenpaket erforderlich, unter anderem
- eine Bayerische Krankenhaus-Hygieneverordnung, wie sie in anderen Bundesländern schon seit Jahrzehnten existiert, auch um die RGU-Aufsicht zu stärken
- eine bessere Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals mit dem Schwerpunkt Hygiene, kurzfristig vor allem in den Kliniken vor Ort
- verbindliche, überprüfbare Hygiene-Leitlinien in allen Krankenhäusern
- eine verstärkte Information der Patientinnen/Patienten über Hygienevorschriften mit der Möglichkeit, Mängel wirksam anzuzeigen (Stichworte sind Transparenz, Beschwerde- und Qualitätsmanagement)
Klaus-Peter Rupp, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:
"Die Stadt München kann beim besten Willen nicht die Versäumnisse des Freistaats und einer fehlgeleiteten Gesundheitspolitik alleine kompensieren. Schon gar nicht kurzfristig lässt sich ein Strukturproblem wie das in der Infektionsprävention lösen. Ohne verbindliche Pflichtenhefte, organisatorische Veränderungen in manchen Kliniken und einen direkten Draht zu Behörden und Expertennetzwerken wird das nicht gehen."
hier gehts direkt zur Beschlussvorlage des Gesundheitsausschusses vom 11.02.10
Der mühsame Kampf gegen Krankenhauskeime (BR2 Podcast vom 12.02.2010)
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