Keine Verzögerungen bei der S-Bahn-Stammstrecke mehr
16.11.2009: Mit der heutigen Ergebnispräsentation der erneuten vergleichenden Untersuchung zum zweiten S-Bahn-Tunnel und zur Südringvariante steht zweifellos fest: Die einzig machbare Lösung zur Entlastung der Stammstrecke ist der zweite Tunnel.
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Alexander Reissl |
Daher fordert die SPD-Stadtratsfraktion alle Beteiligten auf, die Tunnelplanungen nun ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben. Seit nahezu zwei Jahrzehnten wird nach einer Entlastung der dicht befahrenen und störanfälligen Stammstrecke gesucht.
Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der Rathaus-SPD:
"Nachdem das von Tunnelgegnern, selbsternannten Verkehrsexperten und Zweiflern geforderte Gutachten das gleiche Ergebnis der Studien von 1996 und 2001 erbracht hat, fordern wir sie nun unmissverständlich auf, das Ergebnis zu akzeptieren. Nach 15 Jahren Diskussion und drei Gutachten sollten auch den hart gesottensten Tunnelgegnern klar geworden sein, dass der zweite Stammstreckentunnel alternativlos ist. Die Münchner CSU muss jetzt jegliches weiteres Kasperltheater unterlassen. Ihre nach dem Transrapidtrauma in den Wind gehängten Fahnen wurden durch dieses Gutachten schlichtweg weggeweht."
Die vergleichende Untersuchung zeigt deutlich, dass beim Südring sowohl die Nachfrage als auch die verkehrliche Entlastung viel zu gering wären. Die Planungs- und Bauzeit würde gar bis zum Jahr 2023 dauern und mit massiven Eigentumseingriffen und gewaltigen Lärmbelastungen einhergehen. Dagegen erfüllt der Tunnel die Kriterien der Fragestellung, nämlich wie kommt man schnell und bequem in die Innenstadt und die Entlastung der Stammstrecke wäre gar doppelt so stark. Dank der weit fortgeschrittenen Planungen ist eine Inbetriebnahme bis 2018 denkbar, Eigentumseingriffe gibt es praktisch keine und wegen der Untertagebauweise auch kaum Lärm.
Claudia Tausend, Planungssprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:
"Yves Montand hat mal gesagt: "In der Politik ist es wie im täglichen Leben: Man kann eine Krankheit nicht dadurch heilen, dass man das Fieberthermometer versteckt." Wir fordern die Südringfreunde, die CSU, die FPD und die Grünen auf, das Thermometer nicht zu verstecken, sondern das eindeutige Ergebnis der vergleichenden Untersuchung und der vorhergehenden Gutachten nun anzunehmen. Der zweite Stammstreckentunnel gewinnt in praktisch allen Punkten des Vergleichs: Bei den Umsteigeeffekten vom Auto auf die Schiene, der Entlastung der Stammstrecke, den erheblichen Eingriffen beim Südringbau, der Bauzeit, den Investitionskosten und nicht zuletzt beim volkswirtschaftlichen Nutzen."
Mit Investitionskosten von über 1,3 Milliarden Euro liegt der Südring nur knapp unter den Kosten eines zweiten Stammstreckentunnels, ist allerdings wegen des schlechten Kosten-Nutzen-Faktors von 0,8 nicht förderfähig. Damit ist der Bau des Südrings ausgeschlossen.
Ingo Mittermaier, verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion:
"Auch die Grünen sollten endlich ihren Widerstand gegen das größte Ökologieprojekt in der Region München, nämlich den Individualverkehr in großem Maße von der Straße auf die Schiene zu bringen, aufgeben. Zudem würde der Südring gewaltige Eingriffe in Schutzgebiete der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und Biotope bedeuten. Ist die SPD jetzt gar die letzte Öko-Partei in München?"
Der Bau des zweiten Stammstreckentunnels bietet auch zahlreiche Chancen für die weitere verkehrliche Entwicklung der Landeshauptstadt München: So sind der Umbau des Hauptbahnhofes und die S-Bahn-Flughafenanbindung eng mit der zweiten Stammstrecke verbunden. Auch eine mögliche Lärmsanierung am heutigen Bahn-Südring sowie eine Ertüchtigung des Eisenbahnknotens München könnten als Folgen dieser Entscheidung angegangen werden.
Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der Rathaus-SPD:
"Die Karten liegen nun offen auf dem Tisch und wir fordern den Freistaat Bayern zum wiederholten Male unmissverständlich auf, gerade im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2018, den geplanten Umbau des Hauptbahnhofes und das drohende Auslaufen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes die Tunnelplanungen unverzüglich abzuschließen und die Finanzierung sicherzustellen. Weitere Verzögerungen beim wichtigsten Nahverkehrsprojekt für die Stadt München und die Region wären jetzt unentschuldbar."


