Sozialpädagogik: Fachakademien
19.12.2008: In einem heute gestellten Antrag fordert die SPD-Stadtratsfraktion, die Gründung neuer Fachakademien für Sozialpädagogik deutlich zu erleichtern.
Die bayerische Staatsregierung soll die Kosten der freien Träger der Wohlfahrtspflege bei der Ausbildung von staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern vom ersten Jahr an voll übernehmen. Durch die hohe Zahl an ausbildungsbereiten Bewerbern und durch das bundesweite Ausbauprogramm für Kindertagesstätten steigt der Bedarf an Personal im Erziehungswesen deutlich an. Daher sind neue Fachakademien unbedingt notwendig. In München bewerben sich derzeit drei Wohlfahrtsverbände um Neugründungen. Jedoch müssen die Verbände zu Beginn die ersten drei Ausbildungsjahre komplett selbst finanzieren, im 4. Ausbildungsjahr werden 65 % und erst im 5. Ausbildungsjahr 100 % der Kosten erstattet.
Brigitte Meier, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:
"Der Finanzaufwand, den die freien Träger der Wohlfahrtspflege bei Neugründungen von Fachakademien aufbringen sollen, bewegt sich in einer Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro in drei Jahren. Das belastet die Verbände gerade am Anfang schwer und letztlich hält es sie womöglich von der Gründung ab. Diesen Missstand muss der Freistaat dringend beheben, wenn er es ernst meint mit dem Ausbau der Kinderbetreuung."
Beatrix Zurek, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:
"Das ist keinem Träger zuzumuten, in diesem Ausmaß in Vorleistung zu gehen. Neue Fachakademien werden dringend und schnell gebraucht, da die Grenzen der Ausbildungskapazitäten längst erreicht sind und der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern dramatisch steigt. Ebenso ist eine Erweiterung des Angebots geboten. Nach dem Subsidiaritätsprinzip ist der Feistaat hier in der Pflicht."


