90 Jahre Ausrufung des Freistaates Bayern und Revolution in Bayern
04.01.2008: Veranstaltungsreihe vom November 2008 - Mai 2009. Gemeinsamer Antrag des SPD-geführten Rathaus-Bündnisses.
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Nikolaus Gradl |
Antrag
Das Kulturreferat unterstützt die vorgesehene Veranstaltungsreihe "90 Jahre Räterevolution München - war es nur ein Traum?". Hierzu gehört auch die Unterstützung der vorgesehenen Plakatierung historischer Plakate während des Veranstaltungszeitraumes.
Begründung
Im November 2008 - dem Jahr des 850. Stadtgeburtstages - jährt sich die Revolution in Bayern zum 90. mal. Am 7. November 1918 rief Kurt Eisner den Freistaat Bayern aus. Die Monarchie wurde gestürzt und erstmals wurden fortschrittliche Beschlüsse wie die Einführung des Frauenwahlrechtes sowie der 8Stunden-Tag gefasst und umgesetzt. Nach der Ermordung Eisners am 21. Februar 1919 radikalisierte sich die Rätebewegung. Die Ausrufung einer anarchistischen Räterepublik am 7. April 1919 und einer kommunistischen Räterepublik am 12. April 1919 waren die Folge. Anfang Mai 1919 wurde die Räterepublik durch einmarschierende Freikorps und sog. "Weiße Truppen" blutig niedergeschlagen. Mehr als 600 Menschen kamen hierbei ums Leben. Bayern entwickelte sich zur "Ordnungszelle", die den Aufstieg des Nationalsozialismus gerade in dieser Stadt ermöglichte.
Die Geschichte der Entstehung des Freistaates Bayern, aber auch die anderen historischen Vorgänge dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Die Revolutionäre von damals träumten von einer besseren Welt und entwickelten in der hektischen Nachkriegszeit in München Modelle und Überlegungen, wie diese umzusetzen wäre.
Herausragende AkteurInnen und Zeitzeugen der Revolution, wie Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam, Lida Gustava Heymann, Ernst Toller, Felix Fechenbach, Anita Augspurg, Eugen Levine, Oskar Maria Graf, Toni Pfülff, Ret Marut und viele andere dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Die Unterstützung der vorgesehenen Veranstaltungsreihe durch das Kulturreferat sollte deshalb in einem Maße erfolgen, dass sowohl die Veranstaltungsreihe stattfinden kann, als auch die vorgesehene Plakatierung historischer Plakate, die etwas von der Atemlosigkeit und den Träumen der damaligen Zeit in den öffentlichen Raum tragen würde


