Erziehung hat Zukunft
Antrag
Die Landeshauptstadt München wird gebeten, für die städtische Fachakademie für Sozialpädagogik in Absprache mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus ein Konzept für die Qualifizierung von beruflichen Quereinsteigern für den Beruf des "Staatlich anerkannter Erziehers" bzw. der "Staatlich anerkannte Erzieherin" zu entwickeln und abzustimmen. Es sind berufsbegleitenden wie auch komprimierte Qualifizierungskonzepte vorzustellen.
Insbesondere ist hierbei auch zu klären, inwieweit arbeitsmarktpolitische Instrumente und Konzepte wie die "Initiative zur Flankierung des Strukturwandels" der Bundesagentur für Arbeit hier mit ein bezogen werden können. Deswegen erscheint hier eine Federführung durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) sinnvoll. Das RAW hat bereits im Rahmen des Pflegekräftemangels mit ESF-Mitteln wirkungsvolle Qualifizierungsmaßnahmen entwickelt und durchgeführt.
Ferner sind auch Überlegungen darzulegen, wie die Erfahrungen aus dem Feld der ehrenamtlichen Tätigkeiten, z.B. der Kinder- und Jugendarbeit, in das Zulassungsverfahren bzw. der Anerkennung von Qualifizierungsbausteinen in ein solches Konzept eingearbeitet werden können.
Die Bundesagentur für Arbeit und die Träger von Fachakademien für Sozialpädagogik sind in die Konzeptentwicklung mit einzubeziehen.
Begründung:
Die Erfahrungen und biographischen Prägungen anderen Berufsgruppen können in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen oft einen wertvollen Beitrag leisten. Dies zeigen Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit wie auch aus dem Feld der Behindertenarbeit. Gerade wenn diese Menschen eine hohe Sozialkompetenz und großes pädagogisches Interesse mitbringen, sollte ein beruflicher Wechsel in das Feld von Erziehung und Bildung unterstützt werden.
Nicht nur wegen des massiven Ausbaus an Kindertagesbetreuung, sondern auch wegen des Ausbaus von Ganztagesbetreuung an Schulen wird es in den nächsten Jahren zu einem dramatischen Mangel an qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern kommen. Dieser Mangel ist schon jetzt zu spüren. Es müssen deshalb rechtzeitig dringend Maßnahmen ergriffen werden, um genügend qualifiziertes Personal zu gewinnen.
gez.
Brigitte Meier
Christian Müller
Verena Dietl
Dr. Ingrid Anker
Dr. Reinhard Bauer
Irene Schmitt
Dr. Constanze Söllner-Schaar
Birgit Volk
Beatrix Zurek
Stadträtinnen und Stadträte der SPD-Fraktion


